Die Quaggamuschel
Gemeinsam gegen die invasive Quaggamuschel
Die hochinvasive Quaggamuschel wurde inzwischen sowohl im Starnberger See als auch im Ammersee nachgewiesen. Der Pilsensee und der Wörthsee gelten derzeit noch als nicht befallen. Damit das so bleibt, ist die Mithilfe aller entscheidend.
Die ursprünglich aus dem Schwarzmeerraum stammende Muschelart breitet sich zunehmend in europäischen Gewässern aus und stellt eine große Herausforderung für Natur, Infrastruktur, Wassersport und Badebetrieb dar. Sie ist nur wenige Zentimeter groß, kann sich aber massenhaft vermehren. Besonders problematisch sind ihre mikroskopisch kleinen Larven: Sie sind mit bloßem Auge nicht sichtbar und können unbemerkt über Boote, Trailer, SUPs, Tauchausrüstung, Angelgeräte oder Restwasser von einem Gewässer ins nächste gelangen.
Warum ist die Quaggamuschel so gefährlich?
Die Quaggamuschel kann Seen grundlegend verändern. Sie filtert große Mengen Plankton aus dem Wasser. Dadurch wird das Wasser zwar klarer, gleichzeitig fehlt vielen Kleinstlebewesen, Fischen und anderen Arten die Nahrungsgrundlage. Das ökologische Gleichgewicht gerät aus dem Takt. Zusätzlich besiedelt die Muschel massenhaft Böden, Steine, Rohre, Bojen, Stege und Schiffsrümpfe. Nach ihrem Absterben zerfallen die Schalen in scharfkantige Fragmente, sodass Uferbereiche unter Umständen nur noch mit festem Schuhwerk gefahrlos betreten werden können. Ein einmal befallener See lässt sich praktisch nicht mehr von ihr befreien.
Auch technische Anlagen und Boote können betroffen sein: Die Muschel kann Wasserleitungen zusetzen, Filter und Rohre verstopfen, Bootsrümpfe und Bojen überwuchern und die Motorkühlung von Booten beeinträchtigen. So können erhebliche Schäden entstehen.
Alles KLAR in unseren Seen
Bitte beachten Sie bei jedem Gewässerwechsel die KLAR-Regeln:
K – Kontrollieren
War Ihre Ausrüstung in den letzten 5 Tagen in einem anderen Gewässer? Wenn ja, sind Schutzmaßnahmen nötig.
L – Leeren
Entfernen Sie Restwasser vollständig aus allen Teilen und Hohlräumen. Wichtig: Restwasser darf nicht in den See abgelassen werden.
A – Abspülen
Reinigen Sie Ihre Ausrüstung möglichst bereits zu Hause mit klarem, heißem Wasser und trocknen Sie diese anschließend mit einem Tuch ab.
R – Ruhen lassen
Lassen Sie Boote, SUPs, Trailer, Tauchausrüstung, Angelgeräte und andere Wassersportgeräte mindestens 5 Tage vollständig trocknen. Erst danach ist die Ausrüstung wieder bedenkenlos nutzbar.
Was Sie zusätzlich tun können:
- Bootsrümpfe mit mindestens 60 °C heißem Wasser abspritzen
- Motoren spülen: mindestens 2 Minuten in mindestens 45 °C warmem Wasser laufen lassen
- Boote und Ausrüstung beim Umsetzen in ein anderes Gewässer mindestens 5 Tage außerhalb des Wassers belassen und vollständig trocknen lassen
- Pflanzenreste, Schlamm und sichtbare Rückstände sorgfältig entfernen
- Kein Wasser, keine Tiere und keine Pflanzenreste zwischen Gewässern übertragen
- Bei Bedarf Oberflächen mit einer 3-prozentigen Wasserstoffperoxid-Lösung desinfizieren
Wenn Kontrolle, Trocknung oder Abspülen nicht möglich sind, kann die Ausrüstung mit Desinfektionstüchern mit dem Wirkstoff Wasserstoffperoxid gereinigt werden. Dabei ist darauf zu achten, dass die Oberfläche vollständig benetzt wird. Die Verwendung von Handschuhen wird empfohlen; Kontakt mit den Augen sollte vermieden werden.
Jetzt handeln – gemeinsam schützen!
Nur durch konsequente Vorsichtsmaßnahmen kann eine Einschleppung in bisher nicht betroffene Gewässer verhindert werden. Wassersportlerinnen und Wassersportler, Bootsbesitzerinnen und Bootsbesitzer, Stand-Up-Paddler, Taucherinnen und Taucher, Anglerinnen und Angler sowie alle Besucherinnen und Besucher der Seen können aktiv dazu beitragen, Pilsensee und Wörthsee zu schützen.
Bitte reinigen, leeren, kontrollieren und trocknen Sie Ihre Ausrüstung sorgfältig, bevor Sie ein anderes Gewässer nutzen. So helfen Sie mit, unsere Seen auch in Zukunft zu bewahren und die weitere Ausbreitung der Quaggamuschel einzudämmen.
Weitere Informationen und aktuelle Verhaltenshinweise finden Sie auf der Website des Landratsamts Starnberg.


