Virtuelles Wasser

Karotten statt Käse – wie man wirklich Wasser sparen kann

Wenn es darum geht, Wasser zu sparen, denkt man als Erstes an tropfende Wasserhähne oder den Tipp, beim Haare shampoonieren die Dusche abzustellen. Aber wenn man sich einmal anschaut, wie viel Wasser jeweils bei der Produktion von Lebensmitteln oder Konsumgütern wie Autos oder PCs verbraucht wird oder mit welcher Menge Wasser ein Golfplatz in Spanien bewässert werden muss, dann kommt man gleich in ganz andere Kategorien. Während wir dieses Jahr schon im Wasserwerk Starnberg zu Besuch waren, geht es jetzt um das Stichwort „virtuelles Wasser“, mit dem man seinen persönlichen Wasserfußabdruck ermitteln kann.

Den meisten Menschen ist die Tatsache bekannt, dass Fleisch deutlich mehr Wasser verbraucht, bis es als Schnitzel auf dem Teller landet. Klingt einleuchtend. Ein Rind steht im Stall oder auf der Weide, es trinkt selbst täglich Wasser und frisst Futter, für dessen Herstellung Wasser verbraucht wurde. Dazu kommt der Bauer mit dem Wasserschlauch zum Saubermachen in den Stall…die Liste ließe sich noch beliebig verlängern. Selbst im Laufe eines relativ kurzen Bullenlebens kommt so einiges zusammen: für 1 kg Rindfleisch sind etwa 15.400 Liter Wasser verbraucht worden – wer also regelmäßig gerne Schnitzel & co. isst, kann beim Duschen noch so viel sparen, das holt man im ganzen Leben nicht mehr rein.

Wahre Umweltschützer sind Vegetarier

Gemüse statt Gulasch lautet die erste Empfehlung. Denn viele Gemüsearten wie Karotten oder Tomaten haben im Vergleich zu Rindfleisch einen deutlich geringeren Wasserfußabdruck. Wer beim Einkauf auf den Wasserverbrauch achten möchte, sollte allerdings nicht nur die Herkunft, sondern auch die Anbaubedingungen berücksichtigen.

Besonders bei wasserintensiven Kulturen wie Avocados kann der Anbau in Regionen mit ohnehin knappen Wasserressourcen problematisch sein. Eine steigende Nachfrage kann die Situation zusätzlich verschärfen. Auch Kokosnüsse und Milchprodukte wie Käse können einen hohen Wasserfußabdruck aufweisen.

Entscheidend ist dabei nicht allein, wie viel Wasser für die Herstellung benötigt wird, sondern auch, woher dieses Wasser stammt und welche Auswirkungen seine Nutzung auf die Umwelt vor Ort hat.

Bei Durst einfach den Wasserhahn aufdrehen

Einfacher geht’s nicht: Wer bei Getränken die Umwelt schonen möchte, dreht einfach daheim den Wasserhahn auf, anstatt schwere Getränkekisten in die Wohnung zu schleppen. Leitungswasser kommt ohne zusätzliche Getränkeverpackungen aus und vermeidet Transportwege für abgefülltes Wasser. Auch die Trinkwasserqualität wird in Deutschland regelmäßig kontrolliert. In der Region StarnbergAmmersee ist das Leitungswasser vielerorts besonders kalkhaltig. Das ist zwar manchmal etwas nervig, wenn man öfter die Ablagerungen in Geräten entfernen muss, verleiht dem Wasser aber auch seinen charakteristischen Geschmack.

Wer lieber Mineralwasser kauft, kann auf Produkte aus der Region zurückgreifen und so lange Transportwege vermeiden.

Und wem Wasser allein zu fad ist, der kann es beispielsweise mit etwas Zitrone oder frischer Minze aufpeppen – ganz nach Geschmack!

Golfen gerne, aber besser in unseren Breiten

Makelloses Grün soweit das Auge reicht, der gepflegte Rasen eines Golfplatzes braucht schon einige Mühe – und in trockenen Regionen auch recht viel Wasser. Während man in unseren recht regenreichen Breiten nicht viel wertvolles Nass verbraucht, zumal, wenn es mit modernen Anlagen und Brauchwasser bewässert wird, schlägt ein spanischer Golfplatz dagegen mit rund 700.000 Kubikmetern Wasser zu Buche. Da wäre Wandern als Hobby mehr angesagt. Viel sparen kann man übrigens auch, wenn man seine Shoppingtouren in Second Hand Läden verlegt, denn selbst ein T-Shirt verbraucht schon einiges in der Produktion, vor allem, wenn es in Ländern mit Wasserknappheit hergestellt wird. Ob Golfen oder Shopping – am besten fährt man natürlich mit öffentlichen Verkehrsmitteln, für die Produktion eines Neuwagens gehen übrigens gleich mal 400.000 Liter Wasser in den Abfluss.

Lebensmittel am besten regional und saisonal

In einem durchschnittlichen deutschen Haushalt werden täglich pro Person 120 bis 130 Liter verbraucht: Zähneputzen, Händewaschen, duschen, Toilette, Abwasch. Damit liegen die Deutschen im Vergleich nicht mal schlecht und deutlich hinter den Schweden mit 190l und den Italienern mit 210l. Dem gegenüber stehen aber täglich 3.900 Liter „virtuelles Wasser“, das notwendig ist für die Produktion von Gütern, die der Deutsche verbraucht. Die Relation zeigt, bereits wie wichtig es ist, der Umwelt zuliebe auf einen möglichst kleinen Wasserfußabdruck zu achten.