Konversionsmanagement

Was wird aus einer Kaserne nach Abzug der Bundeswehr?

Konversion – ein Begriff auf dem Weg zum neuen Trendwort. Konversion bezeichnet den Prozess, bei dem Flächen aus einer ehemaligen, aufgegebenen Nutzung in eine neue, anders geartete Nachnutzung überführt werden. Dabei kann es sich um Industrieflächen handeln, meist werden jedoch ehemalige Militärflächen als Konversionsareale bezeichnet, die wieder in den Wirtschafts- und Naturkreislauf eingegliedert werden.

Konversionsmanagement StarnbergAmmersee

Das Wohl der Region im Blick behalten, das ist der Anspruch des Konversionsmanagements.

Das Konversionsmanagement analysiert Nachnutzungsoptionen hinsichtlich ihrer regionalen Stimmigkeit. Eine Nachnutzung in dieser Größenordnung muss für die umliegenden Gemeinden verträglich und dem regionalen Bedarf entsprechend gestaltet werden. Das Konversionsmanagement unterstützt die Gemeinde, berät sie bei der inhaltlichen Gestaltung des Prozesses sowie in der thematischen Vernetzung und begleitet die überörtliche Umsetzung. Es hat den Blick auf die gesamte Region StarnbergAmmersee und vernetzt zwischen Wirtschaft, Politik und Bevölkerung. Dazu kommen koordinierende und organisatorische Aufgaben sowie die Betreuung von Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen der konkreten Projekte werden Perspektiven für zukunftsweisende Nutzungen erarbeitet. Das Konversionsmanagement ist als Regionalentwicklungsinstrument bei der gwt angesiedelt. Die Funktion als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie Bevölkerung hat das Konversionsmanagement mit der gwt gemeinsam. Der überörtlich bedeutsame Konversionsprozess hat Einfluss auf die Entwicklung der gesamten Region. Die regionale Expertise der gwt, kann, wie auch das gesamte Netzwerk, vom Konversionsmanagement gewinnbringend genutzt werden.

Ansprechpartnerin und Konversionsmanagerin bei der gwt ist Dr. Katharina Winter Tel. +49 (0) 8151-90 60 83, winter@gwt-starnberg.de

Für weitere Infos zum Konversionsprozess der Fernmeldeschule in Feldafing besuchen Sie bitte auch unsere Konversionshomepage.

Das Konversionsareal in Feldafing

Das Konversionsmanagement unterstützt die Gemeinde, berät sie bei der inhaltlichen Gestaltung des Prozesses sowie in der thematischen Vernetzung und begleitet die überörtliche Umsetzung.

Seit 1956 ist die Bundeswehr in der Gemeinde Feldafing stationiert. Auf einer Fläche von etwa 36 ha befindet sich hier die Schule für Informationstechnik der Bundeswehr (ITSBw), vormals Führungsunterstützungsschule, die auch unter dem Begriff ‚Fernmeldeschule‘ bekannt ist. Voraussichtlich im Jahr 2020 wird diese vollständig in die ausgebaute General-Fellgiebel-Kaserne in der Nachbargemeinde Pöcking umziehen. 5 ha im nördlichen Teil des Bundeswehrstandorts waren im Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BlmA) und wurden bereits 2012 an das lokal ansässige Benedictus Krankenhaus der Artemed Gruppe für den Neubau einer Klinik sowie für den Bau von Wohnungen für Mitarbeitende verkauft. Die verbleibenden 31 ha sind als Bundesimmobilie derzeit noch im Besitz der BImA. Planungshoheit für das im Flächennutzungsplan als Sondergebiet ausgewiesene Areal hat die Gemeinde Feldafing. Der Planungsprozess für eine zukunftsfähige Nachnutzung läuft.

Arbeitsbereiche und Projekte

Allgemeines Projektmanagement - Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit – Überlegungen zur konkreten Nachnutzung

Schwerpunkt des Projektmanagements ist die Koordination zwischen allen Beteiligten, inklusive der Organisation von Projekttreffen, interner Kommunikation und Berichterstattung. Öffentlichkeitsarbeit sorgt für eine transparente Gestaltung und ermöglicht es, sich ein Bild des sonst nicht zugänglichen militärischen Sperrgebiets zu machen, das für große Teile der Bevölkerung einer Blackbox gleicht. Die exakte Analyse lokaler Rahmenbedingungen und zukünftiger Entwicklungstrends ist ein wichtiger Baustein, um geeignete Nachnutzungsoptionen zu finden. Zusätzlich werden Studienergebnisse eingearbeitet und durch eigene Recherchen in der Region ergänzt. So entsteht Bewusstsein und Wissen zu zeitgemäßen Nutzungsweisen aus den Bereichen Leben, Arbeiten und Wirtschaften. Die aktuelle Förderperiode ist geprägt von drei Förderprojekten: Raumpotenziale Regeneration, zeitgemäße Wohnformen und neue Arbeitswelten am Beispiel des CoWorking-Prinzips.

Raumpotenziale Regeneration

Regeneration hat in der Region eine lange Tradition und gehört ganz klar zu ihrer Identität

Der Neubau der Klinik der Artemed-Gruppe auf einem ersten Teilareal der Konversion hat bereits einen Grundstein für Nutzungen im Bereich der Gesundheitswirtschaft gelegt. Das Konversionsmanagement fokussiert sich darauf, regionalökonomische Potenziale hinsichtlich Regeneration zu fördern. Angestrebt werden Nutzungen aus der sekundären Gesundheitswirtschaft sowie Erholungs- und Freizeitnutzungen. Studien haben bereits die regionalen Wertschöpfungsketten beleuchtet und Perspektiven erarbeitet.

Zeitgemäße Wohnformen

Schön, aber teuer. Kaum freie Flächen, dazu hohe Miet- und Immobilienpreise, Einfamilienhäuser und Doppelhaushälften im obersten Preissegment - die Region StarnbergAmmersee hat kaum bezahlbaren Wohnraum. Alternative, zeitgemäße Wohnformen könnten eine Lösung sein.

Innovative Wohnmodelle im Eigentum oder zur Miete, Genossenschaften und Baugemeinschaften, freifinanzierter oder geförderter Wohnungsbau - das Konversionsareal bietet für Gemeinde und Landkreis die einmalige Gelegenheit, Wohnen in der Region neu und mutig zu denken. Grundlage ist dabei - neben einer Studie zum Thema Wohnen im Landkreis - Dialog und Vernetzung zwischen Politik, Wirtschaft und Verwaltung. So entsteht Wissen und Bewusstsein.

Neue Arbeitswelten

CoWorking als innovative Option für die Konversionsfläche?

Nicht nur Wohnraum ist knapp und teuer, für Arbeitsräume gilt das gleiche Problem. Besonders für ExistenzgründerInnen und junge Startups ist das eine große Herausforderung. Zudem bieten neue Arbeitsweisen ein großes Potenzial für Selbständige wie Unternehmen. Das Konversionsmanagement unterstützt die Netzwerke kreativ und gemeinschaftlich Arbeitender. Ziel ist ein regionaler Erfahrungsaustausch, der die Chance bietet, innovative Arbeitsweisen bei der Entwicklung der Konversionsfläche mitzudenken und Ideen einfließen zu lassen.