Fünf Seen der Region StarnbergAmmersee

Seen für jeden Geschmack

Die hüglige Landschaft von StarnbergAmmersee entstand während der letzten Eiszeit, dem sogenannten Würm-Glazial vor etwa 180.000 bis 200.000 Jahren. Nachdem die Rückschmelze begann, bildeten sich eine Vielzahl von Moränenzügen um die Zungenbecken. Sie prägen bis heute die bekannten Moränenlandschaft.

Als das Eis vollständig abschmolz und die auch übereisten Becken frei wurden, traten nun langsam die Seen hervor. Der außergwöhnliche Wasserreichtum trägt wesentlich zur abwechslungsreichen landschaftlichen Schönheit von StarnbergAmmersee bei, sorgt für gute Luft und belebt Land und Leute seit alters her.

Jeder der fünf Seen hat seinen ganz eigenen Charakter. Das gilt für die drei kleineren - den beschaulichen Wörthsee, den romantischen Pilsensee und den idyllischen Weßlinger See - ebenso wie für die beiden Großen, der eine eher gemütlich, der andere eher elegant.

Bäuerliche und herrschaftliche Lebensweisen prägten das Leben an den Ufern und im Hinterland, was auch im Volksmund zum Ausdruck kommt. So wird der Ammersee auch "Bauernsee" genannt, "Fürstensee" hingegen der Starnberger See.

Starnberger See

Vor den Toren Münchens liegt der mondäne Starnberger See...

Unser Ludwig und seine Sisi wussten einfach, wo es schön ist nämlich am Starnberger See.
Die Aufenthalte des Märchenkönigs Ludwig und seine Treffen mit Kaiserin Elisabeth von Österreich, auch liebevoll unsere Sisi genannt, haben dem See ein Stück märchenhafte Geschichte gegeben. Die umliegenden Schlösser und Villen machen den Starnberger See zum wahrscheinlich mondänsten See Deutschlands.
Das bedeutet aber nicht, dass der Starnberger See nur mit dem nötigen Kleingeld erlebbar ist. Die Votivkapelle in Berg mit dem Blick auf das Kreuz, an dem der tote König 1886 gefunden wurde, ist für jeden über den König-Ludwig-Weg zu erreichen. Ein Spaziergang im Lenné-Park bei Feldafing ist umsonst und die Überfahrt zur Roseninsel mit dem Kahn für kleines Geld zu haben. Der Fährmann erzählt gerne kleine Geschichten von Paaren, die die Insel als Hochzeits-Location nutzten. Fragen Sie ihn doch zum Beispiel einmal danach, wie es passieren konnte, dass ein Brautpaar noch vor der Trauung im Wasser landete.

Wer lieber sportlich unterwegs ist, probiert im Tutzinger Nordbad Stand Up Paddling, oder Lightriding, eine Art softes Surfen. Auch Segelkurse werden am Starnberger See angeboten. Wer die Gegend erkunden will, leiht sich ein Fahrrad und fährt den Rundweg um den See. Immer wieder locken dort Cafés und Lokale zur Einkehr, meistens direkt am Wasser gelegen.

Bei schlechtem Wetter und im Winter bieten die umliegenden Museen einen spannenden Zeitvertreib. Das Museum Starnberger See beleuchtet die Geschichte der Region, das Kaiserin Elisabeth Museum in Possenhofen ist ganz der märchenhaften Dame gewidmet und in Bernried zeigt das Buchheim Museum seine Expressionisten-Sammlung.

Entstanden ist der Starnberger See übrigens, wie auch die anderen Seen der Region, nach dem Abschmelzen des Isar-Loisach Gletschers vor etwa 18.000 – 20.000 Jahren. Der Starnberger See hat eine sehr gute Wasserqualität und gilt als der Wasserreichste in Bayern. Durch seine enorme Tiefe von maximal 127,8 m erwärmt er sich im Sommer nur langsam auf bis zu 24°C.

Länge: 20,2 km

Max. Breite 4,7 km

Fläche: 56,4 km²

Max. Tiefe: 127,8 m

Ammersee

Der Ammersee gilt mit seinem ursprünglichen Flair zwischen unberührter Natur und authentischen Dörfern bei vielen Kennern nach wie vor als Geheimtipp unter den oberbayerischen Seen...

Der Ammersee das bedeuted atemberaubende Sonnenuntergänge, charmante Strandbäder und urig, bayrische Wirtschaften.

Ein Tag am Ammersee vergeht meist viel zu schnell und beginnt idealer weise so: Auf dem Weg von der Herrschinger S-Bahn Station zum See noch schnell eine Fischsemmel im Fischladen Schlamp, oder direkt am See bei Matos Fischladen holen und dann die längste Seepromenade Deutschlands entlangschlendern. Mit dem Blick auf die sanften Wellen gilt es sich zu entscheiden, denn der Ammersee hat für jede Stimmung etwas zu bieten. Wer es entspannt mag, entscheidet sich für eine Dampferfahrt mit der Bayrischen Seenschifffahrt über den Bauernsee, wie der Ammersee oft genannt wird. Auf der Überfahrt von Herrsching aus auf die andere Seeseite, die Seele baumeln lassen und im Handwerkerdorf Dießen in einer der Töpfereien ein originelles Souvenir, oder individuelles Geschenk kaufen.

Wer es sportlicher mag macht einen Ausflug in den Ammersee Hochseilgarten. Der liegt praktischer weise in Utting, also nicht weit weg vom Uttinger Strandbad mit Holzsprungturm direkt am See. Hier kommen Adrenalinjunkies voll auf Ihre Kosten. Etwas gesetzter lässt sich der Tag im Golfclub Hohenpähl verbringen – die Anlage bietet sportliche Herausforderung und lockt mit einem Bergpanorama, das seinesgleichen sucht. Der Klassiker schlechthin ist natürlich die Wanderung von Herrsching aus, hinauf auf den heiligen Berg. Oben angekommen hat man sich das Andechser Bier direkt aus der ansässigen Brauerei Kloster Andechs, auch redlich verdient. Vor dem Rückweg lohnt es sich die Klosterkirche zu besuchen, auch Führungen werden angeboten. Wer sich danach rechtzeitig auf den Weg macht, kann einen herrlichen Sonnenuntergang am Seeufer genießen und den Tag entspannt ausklingen lassen.

Länge: 15,2 km

Max. Breite: 5,3 km

Fläche: 47 km²

Max. Tiefe: 81 m

Wörthsee

Der drittgrößte See in StarnbergAmmersee ist der Wörthsee. Nur 25 Minuten von München entfernt bietet der im bayerischen Voralpenland gelegene See viele Freizeitaktivitäten...

Wörthsee - Das bedeutet Karibik-Feeling in Oberbayern.

Den schönsten Blick auf den Wörthsee hat man von Walchstadt aus, wenn man von der Anhöhe auf das türkisgrüne Wasser blickt und im Hintergrund die Alpengipfel erkennen kann. Der Wörthsee, nur 34 Meter tief, gilt als wärmster See der Region, sein Wasser hat beste Badequalität. Familien mit Kindern lieben den Badeplatz in Walchstadt mit seichten Uferstellen, wo die Kleinen ohne störende Steine plantschen können, ein Kiosk mit Eisverkauf gleich nebenan. Ein Stück weiter riggen Surfer ihre Segel auf, SUP-Paddler kreuzen im Wasser herum, Ruder- und Tretboote begegnen sich. Der Wörthsee bietet Freizeitaktivitäten aller Art – immer mit einer sehr netten und legeren Atmosphäre. Kleiner und familiärer als Starnberger See und Ammersee, aber im Gegensatz zum Weßlinger Bruder groß genug für Wassersport, eignet er sich im Herbst für einen ausgedehnten Spaziergang am Ufer entlang (Rundweg ca. 12 km, Gehzeit etwa 3 Stunden). Einkehrmöglichkeiten gibt es mit dem italienischen Il Kiosko, dem Seehaus Raabe oder dem Augustiner am See genug.

Im Winter kommt ihm seine geringe Tiefe zugute, der Wörthsee friert schnell zu und wird dann zum Treffpunkt für Schlittschuhläufer und Eishockey-Spieler. Erst im Januar 2017 fror der karibische See komplett zu, mit faszinierendem Ergebnis: Feinstes Spiegeleis, eine komplett glatte Oberfläche, bei der man auch bei mehreren Meter Tiefe jeden Stein auf dem Grund erkennen konnte. Ein Dorado für die majestätischen Eissegler, die selbst bei minimalem Wind elegant übers Eis gleiten.

Der Golfclub Wörthsee, laut Tripadvisor einer der besten Plätze in Deutschland, bietet eine phänomenale Aussicht. Ein besonderes Highlight an den Badeplätzen am See: ein kreativer Schlosser aus dem Ort hat für die Gemeinde offene, aber wetterfeste Regale gestaltet, aus denen sich Leseratten bedienen können. Wer ein Buch fertiggelesen hat, stellt es einfach hinein und nimmt sich kostenlos ein anderes. Ein schönes Projekt, das für das unkomplizierte und nette Miteinander im Ort spricht – und beim Sonnenbaden immer für frischen Lesestoff sorgt.

Länge: 3,7 km

Max. Breite: 1,7 km

Fläche: 4,4 km²

Max. Tiefe: 34 m

Pilsensee

Oberhalb des Pilsensees thront das mächtige Schloss Seefeld...

Der Pilsensee bleibt immer ein wenig im Schatten seines großen Bruders – des benachbarten Ammersees. Doch genau das ist sein Vorteil.

Während sich rund um den Ammersee im Sommer die Badegäste drängeln und die Biergärten bis auf den letzten Platz besetzt sind, entfaltet der stille Pilsensee seinen ganzen Charme. Viele Badeplätze gibt es nicht, das Ufer ist meist unverbaut, der Blick schweift über Wiesen und Felder. Auch seine knapp 2 Quadratkilometer Wasserfläche bleiben sprichwörtlich im Schatten, sprich im Windschatten. Surfer sind am Pilsensee kaum zu finden, die ruhige Wasseroberfläche verbreitet eine fast meditative Stimmung – ideal für ausgedehnte Herbstspaziergänge. Im Sommer lieben vor allem die Stand-up-Paddler den See mit seiner meist spiegelglatten Oberfläche. Starnberger Schickeria sucht man hier vergeblich, Strandbad und Campingplatz sind dagegen beliebt für ihre familiäre Atmosphäre. Viele Münchner Städter haben am Pilsensee ihre festen Standplätze und verbringen den halben Sommer am See, der immer wieder mit seinen Sonnenuntergängen bezaubert. Kuchenfans kommen im Café des Strandbads voll auf ihre Kosten. Die Kuchen sind selbstgebacken und besonders Veganer freuen sich über das reichhaltige Angebot.
 
Über allem thront das weithin sichtbare und geschichtsträchtige Schloss Seefeld des Grafen Toerring, dessen Bergfried schon im 13. Jahrhundert gebaut wurde. Die Braumeister des Grafen haben sogar ihre eigene Biermarke. Wer es nach dem See-Spaziergang noch den Berg hinauf zum Schloss schafft, sollte im Bräustüberl direkt im Schlosshof einkehren, das für seine bayerischen Spezialitäten bekannt ist. Direkt gegenüber findet sich im alten Gewölbe das Breitwand Kino Seefeld, für seine Filmauswahl als bestes Programmkino Deutschlands ausgezeichnet. Kalorien der Kuchenspezialitäten aus dem Strandbad abtrainieren kann man in den Sommermonaten bei der Zumba-Gruppe, die bei schönem Wetter direkt am See mit fantastischem Blick ein Workout anbietet.

Länge: 2,7 km

Max. Breite: 1 km

Fläche: 1,9 km²

Max. Tiefe: 15 m

Weßlinger See

Der Weßlinger See, der kleinste der fünf Seen in der Region StarnbergAmmersee, ist ebenso reizvoll wie seine großen Brüder...

Weßlinger See - Ein See mit eigenem Springbrunnen in der Mitte.

Ähnlich einem Geysir schießt von Zeit zu Zeit eine Wasserfontäne in die Höhe, die jüngeren Kindern noch locker als prustendes Seeungeheuer verkauft werden kann. Auch wenn der See maximal 12 Meter tief ist und eine Fläche von nur 0,2 km2 hat, besitzt er eine einzigartige Tiefenbelüftung, die beste Wasserqualität garantiert. Gerade für Familien mit Kindern ist er durch seine geringe Größe bestens für einen Wochenendspaziergang geeignet. So können sogar die Kleineren zu Fuß, mit Laufrad oder Roller schon immerhin den kompletten See umrunden. Startet man ab Bahnhof Weßling empfiehlt sich bei der Hälfte der Strecke ein kurzer Stopp beim Kinderspielplatz mit Seilbahn. Auf der letzten Etappe gibt’s dann leckere Kuchen im Café am See oder beim Kiosk Wasserberghäusl am Strandbad, beide direkt am Wasser. Außerhalb des Künstlerdorfes eignet sich der Rundwanderweg (3km) nach Gut Delling optimal für einen Spaziergang in der unberührten Natur.

Im Sommer schön warm zum Baden, im Winter ein echtes Highlight als Eishockey-Treffpunkt. Gerade weil der kleine See nicht tief ist, friert er bei Minusgraden schnell zu und die Weßlinger schnüren sofort die Schlittschuhe. Bei Glühwein und Kinderpunsch trifft sich der halbe Ort auf dem Eis, bewaffnet mit Schneeschaufel, Eishockey-Schläger und Helm. Was ein echtes Weßlinger Kindl ist, steht schon im Kindergartenalter auf Kufen und umkurvt schneidig die Spaziergänger. Wer nicht mehr den Puck übers Eis schießen will, trifft sich beim gemütlicheren Eisstockschießen, wo beim Weißbier geratscht und gefachsimpelt wird.

 

Länge: 0,7 km

Max. Breite: 0,2 km

Fläche: 0,2 km²

Max. Tiefe: 12 m